Koloniale Sammlungen im Grassi Museum für Völkerkunde in Leipzig – Deutschland | Tansania
Institutionen
Emma Schätzlein und Leipzig postkolonial, 2023
In den wenigen Jahrzehnten des formalen deutschen Kolonialismus auf dem afrikanischen Kontinent, im Pazifik und in China gelangte der größte Teil der heutigen ethnologischen Sammlungen in deutsche Museen: Wissenschaftler*innen, Militärs, aber auch Missionar*innen kamen durch oft betrügerischen Tausch oder gewaltvollen Raub in den Besitz von Millionen Artefakten. Darüber hinaus plünderten auch Forscher*innen und Militärs Ahnengräber und brachten menschliche Gebeine nach Deutschland, wo sie für pseudowissenschaftliche Untersuchungen missbraucht wurden und teilweise bis heute in den Museen lagern.
Auch in mehreren Leipziger Institutionen finden sich Kulturschätze, die während der Kolonialzeit unter fragwürdigen und oft ungeklärten Umständen nach Deutschland gebracht wurden. Dazu gehören neben dem GRASSI Museum für Völkerkunde auch die Universität und das Leipziger Missionswerk. Seit seiner Gründung im 19. Jahrhundert nimmt das GRASSI Museum jedoch einen besonders prominenten Platz in der städtischen Geschichte ein.
Contact: Leipzig postkolonial: https://leipzig-postkolonial.de
Special Thanks: Leipzig postkolonial
References:
Löffler, Katrin: Leipzig und der Kolonialismus, 2021.
Laukötter, Anja: Das Völkerkundemuseum, in: Zimmerer, Jürgen (Hrsg.): Kein Platz an der Sonne. Erinnerungsorte der deutschen Kolonialgeschichte, 2013, S. 231-243.
Mörsch, Carmen / Piesche, Peggy: Warum Diskriminierungskritik im Museum?, lab Bode (zuletzt abgerufen: 20.11.2023).
Savoy, Bénédicte: Geraubtes Erbe - Wie afrikanische Kulturgüter in unsere Museen kamen, exkurs-Vortrag 23.10.2019 (zuletzt abgerufen: 20.11.2023).
Stationen
Erstes Museum für Völkerkunde im alten Johannishospital
Das Museum für Völkerkunde zieht in die heutige Stadtbibliothek
Koloniale Kriegsbeute: Der Maji-Maji Krieg in "Deutsch-Ostafrika"
Das Museum für Völkerkunde zurück am Johannisplatz
Restitutionsforderungen
„Reinventing Grassi“
Edo Museum of West African Art