Dekoloniale [Re]visionen 1/21

digitaler Auftakt der Think Tank Reihe

Am 26. Februar 2021 jährt sich das Ende der historischen Berliner Afrikakonferenz zum 136. Mal. Zu diesem Anlass lädt das Projekt Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt zum Auftakt von »Dekoloniale [Re]visionen« ein – einer Serie von Denkwerkstätten und Ideenlaboren, die vierteljährlich stattfinden werden, und in denen wir gemeinsam über die möglichen Rollen von (de-)zentralen Denkmälern, Gedenk-, Dokumentations-, Lern- und/oder Erinnerungsorten für die Aufarbeitung kolonialen Unrechts nachdenken und diskutieren möchten. In Berlin soll/en so einen Ort oder solche Orte entstehen – was sollte/n das für (ein) Ort/e sein – wo situiert, wie gestaltet und aufgebaut, welche Temporalitäten, Perspektiven und Aktivitäten sollten im Vordergrund stehen?


Seit über einem Jahrzehnt fordern afro-diasporische Organisationen, die sich im Komitee für die Errichtung eines afrikanischen Denkmals in Berlin (KADIB) zusammengeschlossen haben, dass am historischen Ort der Afrika-Konferenz von 1884/85 in der Wilhelmstraße ein Ort der Erinnerung an die Opfer von Versklavung, Menschenhandel, Kolonialismus und rassistischer Gewalt geschaffen wird. Deutscher Kolonialismus fand aber auch in Asien und Ozeanien statt. Wir wollen hierzu ins Gespräch mit Vertreter:innen der asiatischen Communities gehen. Welche Rolle spielt das koloniale Ent/Erinnern bei ihnen? Der Ort liegt direkt neben dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Was bedeutet diese räumliche Nähe für uns und was für die jüdischen Communities in Berlin?

Die Think Tanks werden divers besetzte Gesprächs- und Arbeitsformate wie Lectures, Panels, Fish Bowls oder Open Spaces beinhalten, um grundsätzliche Fragen nach dem Zweck, den Adressat*innen und Nutzer*innen von Denkmälern und Erinnerungsorten zu stellen: Welche Praktiken verbinden sich mit der Geschichte des Kolonialismus und welche Formen der Erinnerung ergeben sich daraus? Welche Rolle kann der historische (Täter-)Ort für ein Gedenken an Opfer spielen? Was lässt sich aus Erfahrungen mit dem Gedenken an den Nationalsozialismus, aber auch aus Erinnerungskulturen in den USA, der Karibik, dem südlichen Afrika und anderen Kontexten für die Berliner Debatte um einen postkolonialen Erinnerungsort ableiten? Was ist die richtige Metapher für das Unterfangen: Die Konzentrischen Kreise? Das Rhizom? Die Waage zwischen Fokussierung und multidirektionalem Erinnern? Es geht um Spezifisches und Geteiltes, um Wahlverwandtschaften und Solidaritäten.

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